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Das Projekt FeKoM

Forschungsethik – also der respektvolle und wertschätzende Umgang mit allen an empirischen Forschungsprojekten beteiligten Personen – ist ein wesentlicher Bestandteil guter wissenschaftlicher Praxis. Forschungsethik bezieht sich auf gesetzliche Bestimmungen (etwa Wissenschaftsfreiheit oder informationelle Selbstbestimmung), berücksichtigt ethische Aspekte sowie wissenschaftliche Forschungsmethodik.

In der Kommunikations- und Medienwissenschaft (KMW) gewinnt das Thema zunehmend an Bedeutung. Ein Grund dafür ist, dass die Forschungsgegenstände der KMW (z. B. digitale öffentliche Kommunikation) ebenso wie ihre Forschungsmethoden einem stetigen Wandel unterworfen sind und zunehmend komplexer werden. Dadurch entstehen neue (forschungs)ethische Herausforderungen. Zudem legt das Wissenschaftssystem zunehmenden Wert auf ethische Reflexion, etwa bei Drittmittelanträgen oder in wissenschaftlichen Publikationen.

Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel des vom BMBF geförderten Verbundprojektes FeKoM, evidenzbasierte, also theoretisch und empirisch fundierte Empfehlungen für eine angewandte Forschungsethik in der quantitativ forschenden KMW zu formulieren. Diese werden der Scientific Community zur Verfügung gestellt und für die Vermittlung in der Lehre aufbereitet.

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Aktuelles

Das FeKoM-Team führt derzeit eine standardisierte Online-Umfrage unter empirisch arbeitenden Forschenden aus der Kommunikations- und Medienwissenschaft durch. Ziel der Umfrage ist es, die gelebte Praxis forschungsethischer Entscheidungs- und Abstimmungsprozesse, konkret eingesetzte Hilfsmittel, leitende ethische Prinzipien sowie die Einbindung des Themas in die Hochschullehre auf breiter Basis zu erfassen. Eine Teilnahme ist unter https://www.soscisurvey.de/umfrage-forschungsethik/ bis zum 06. Mai 2022 möglich.


Social-Media-Daten sind ein wichtiger Untersuchungsgegenstand in der Wissenschaft. Sie liefern Forschenden wertvolle Informationen darüber, wie Menschen kommunizieren, Informationen suchen, Nachrichten konsumieren und ihre sozialen Kontakte pflegen. Bislang basiert ein Großteil der quantitativen Forschung zu sozialen Netzwerken auf Umfragedaten. Das Problem dabei: Teilnehmer*innen tendieren in vielen Fällen dazu, sozial adäquat zu antworten. Oftmals haben sie auch Schwierigkeiten, Muster ihrer Nutzung in den sozialen Netzwerken richtig wiederzugeben. Ziel der Autor*innen Breuer et al. ist es, diesem Problem durch die Kombination von Umfragedaten und Social-Media-Daten zu begegnen.